Kein Stillstand in der internationalen Klimapolitik!

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Der Maschinenbau fordert eine konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Um die Klimaziele zu erreichen, ist vor allem der Einsatz effizienter Technologien notwendig.

Drei Jahre nach Abschluss des Pariser Klimaschutzabkommens muss die Staatengemeinschaft endlich Fortschritte bei der Umsetzung machen. Vor Beginn der Weltklimakonferenz in Katowice mahnt der Maschinenbau, dass zögerliche Maßnahmen gegen den Klimawandel langfristig deutlich schwerwiegender und teurer für Gesellschaft und Wirtschaft wären als ein zeitiges globales Handeln. „Abwarten ist mittelfristig teurer als konsequent und abgestimmt gegenzusteuern“, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Eine konsequente Umsetzung des ambitionierten Klimaabkommens ist eine Herausforderung für die Wirtschaft, birgt aber auch Chancen für europäische Unternehmen durch den steigenden Bedarf an effizienten Technologien.“

Aus Sicht des VDMA müssen auf dem Gipfel klare Bedingungen für die einheitliche Umsetzung des Klimaabkommens aufgezeigt werden. Als Grundbaustein sieht der VDMA das sogenannte Regelwerk (rulebook), in dem beispielsweise einheitliche Anforderungen zur Berechnung von Emissionseinsparungen und Transparenzregeln festgelegt werden. „Ohne ein starkes Regelwerk ist effektiver globaler Klimaschutz nicht möglich. Nur mit gemeinsamen gleichgerichteten Anstrengungen, die dem Geist des Paris Abkommen treu bleiben, können wir unsere Ziele erreichen“, sagt Brodtmann. „Ein Wegducken einzelner Staaten darf es nicht geben. Eine Vorreiterrolle Europas ist gerechtfertigt, aber nur dann, wenn sich der Weltmarkt klar in Richtung Klimaschutz entwickelt“, betont der VDMA-Hauptgeschäftsführer.

"Eine Vorreiterrolle Europas ist gerechtfertigt, aber nur dann, wenn sich der Weltmarkt klar in Richtung Klimaschutz entwickelt"

Aus Sicht des Maschinenbaus braucht es zur Klimazielerreichung langfristig weitreichende und global wirksame Systemveränderungen. So fordert der VDMA, dass perspektivisch die Kopplung weltweiter Bepreisungssysteme vorangetrieben wird. „Ein globaler CO2-Preis, zumindest auf Ebene der G20, würde faire Bedingungen schaffen und den Wettbewerb um die besten Technologien befeuern“, sagt Brodtmann. Bis heute haben 46 Nationen eine Bepreisung auf CO2 eingeführt, die zusammen rund 60 Prozent des globalen BIP ausmachen. „Der Weg zum globalen CO2-Preis ist lang und beschwerlich, aber es ist der Mühen wert“, urteilt Brodtmann.

Zudem müssen die Staaten auch beim Technologietransfer stärker global agieren. Denkbar wäre, dass Exportländer bei der Bereitstellung effizienter Technologien in anderen Staaten auch von den erzielten Emissionseinsparungen profitieren. Solche Systeme sind bereits im Pariser Abkommen genannt. Dadurch würden nicht nur Kooperationen zwischen Staaten gestärkt, sondern auch der Einsatz effizienterer und klimaschonenderer Technologien gefördert werden.

Der Maschinenbau setzt klimapolitische Maßnahmen nicht nur in den eigenen Unternehmen um, sondern trägt durch Entwicklung und Verbreitung von Effizienztechnologien auch zu Treibhausgas-Einsparungen in anderen Industrien bei. In dieser Rolle hat der Maschinenbau stets betont, dass sich ambitionierte Klimapolitik und wirtschaftliches Wachstum nicht ausschließen, sofern Unternehmen durch transparente Rahmenbedingungen frühzeitig Planungssicherheit bei Investitionen in den Klimaschutz haben.